[Tipps] Korrosionsschutz

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Stroker
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[Tipps] Korrosionsschutz

Beitrag von Stroker » 12.07.2006, 14:05

Auf dieser Seite findet Ihr eine Übersicht zum Thema Entrostung und Rostschutz.
ein bisschen Theorie
Produktempfehlungen

zur Theorie:
Wieso entsteht Rost und was kann man dagegen tun ?

Auch wenn es auf den ersten Blick klar erscheint, warum Blech rostet, lohnt es sich,
sich genauer Gedanken über die Rostentstehung zu machen, um daraufhin sein
Fahrzeug effektiv zu konservieren.

Abgesehen von "Kleinigkeiten" wie Kratzern, Steinschlagschäden oder schlecht
gepflegten Lacken, setzen Karosserien am häufigsten Rost am Unterboden, in Hohlräumen
und in Falzen an. Am Unterboden dringt in alten rissigen (Bitumen-) Unterbodenschutz
Wasser ein und der entstehende Rost kann den zähen Schutzanstrich grosszügig
unterwandern. Die meisten Schäden rühren aber daher, dass Autos in der Regel von
Innen nach Aussen durchrosten, bzw. von dort, wo sich über längere Zeit Wasser und
Schmutz sammeln kann. Einmal liegt das an den verwendeten (bzw. eben nicht
verwendeten) relativ schlechten Materialien, die nicht ausreichend schützen können,
andererseits aber auch an der Kondensierung der Luftfeuchtigkeit in Hohlräumen.
Immer wenn die Temperatur sinkt gibt die Luft Feuchtigkeit ab, die sich dann an den
Blechen niederschlägt (kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme, also
bleibt bei Temperaturrückgang Wasser „übrig"). Somit sind Hohlräume häufig nass, das
Wasser sammelt sich bevorzugt in Blechspalten (Falzen) und in versteckten Winkeln,
aus denen es nicht ablaufen kann. Dieser Umstand allein wäre noch nicht so tragisch,
sonst würde ja auch das Blech aussen rosten (abgesehen von Zierleisten und anderen
Anbauteilen, die ja auch so etwas wie Hohlräume/Spalten bilden), aber durch Abgase
in der Luft kommen auch „Salze" mit in den Hohlraum, die sich mit dem Wasser zu
aggressiven Säuren verbinden. Aussen am Auto werden diese regelmässig abgewaschen,
im Hohlraum aber verdunstet das Wasser (bei Temperaturanstieg) und die Säuren bleiben
übrig bzw. vermehren sich beim „nächsten Durchgang" und greifen das Blech an (in sofern
kann es sogar sinnvoll sein Hohlräume hin und wieder mit Wasser gründlich auszuspülen).
Zum Schutz (vom Hersteller) eingebrachte Lacke und sonstige Konservierungsmaßnahmen
können natürlich nur helfen wenn sie auch in die entferntesten Winkel (hier vor allem
Blechspalten, wie z.B. Türfalze etc.) gelangen und alterungsbeständig sind, das heißt
mit zunehmendem Alter keine Risse in der Beschichtung bekommen, wie es leider oft
bei „billigen" Wachsen der Fall ist.

Womit wir dann auch schon bei den Rostkonservierungsmaßnahmen wären:

Generell ist es kaum möglich zu sagen welches Produkt sich für welche Aufgabe am
besten eignet. Vielmehr kommt es darauf an, welche Möglichkeiten zur Verarbeitung
genutzt werden können bzw. was mit dem Produkt bezweckt werden soll und welche
Beschichtungen evtl. noch folgen.

Es gibt 3 Grade bei der Verrostung:

1. Flugrost, der sich leicht vom Metall abwischen lässt und völlig harmlos ist.
2. Angerostetes Metall . Hier sitzt der Rost schon richtig fest auf und in der Metalloberfläche,
löst sich aber noch nicht ab. Diese relativ dünne Rostschicht ist eine gute Basis für
chemische Rostkonverter.

3. Blattrost. Der Rost sitzt schuppenartig auf dem Blech oder wie Blätterteig zwischen
zwei Blechen und lässt sich mit einem Schraubenzieher oder der Drahtbürste relativ leicht lösen.

Bei diesem Zustand sollte man den Rost möglichst gut entfernen - Unserer Meinung nach
geht das mit einer Drahtbürste auf dem Winkelschleifer sehr gut - dann können die
Entroster wesentlich besser wirken und die Gefahr, dass Rost in tiefen Poren nicht
gestoppt wird, ist wesentlich geringer. In Hohlräumen kann man zur Entfernung von
Rostschuppen mit einem Fertan-/Wasser-Gemisch (50:50) vorab spülen (sollte dann
sicherheitshalber aber auf eine langfristig gut kriechfähige Hohlraumversiegelung nicht verzichten).

Rost am Unterboden, Achsen und aussen an der Karosserie ist relativ einfach
beizukommen, indem man gründlich entrostet (Fertan, Owatrol, Pelox RE, Sandstrahlen,
Bob beide Komponenten), eine gute Rostschutzgrundierung verwendet (z.B. Ferpox,
Hempadur Zink, Owa-Tropal, POR 15 oder Bob) und anschliessend lackiert oder den
gewünschten Unterbodenschutz bzw. Chassislack aufträgt.

Zugängliche Falze (Blechüberlappungen) kann man mit Ferpox (oder einer anderen
Grundierung) oder Owatrol Farbkriechöl einstreichen und dabei darauf achten, dass
der Spalt durch und durch versiegelt ist (Ferpox / Owatrol muss auf der anderen Seite
austreten). Owatrol ist aufgrund seiner hohen Kriecheigenschaften eigentlich besser
geeignet als Ferpox, hat aber den Nachteil, dass es nur mit Kunstharzfarben / Alkydfarben
überlackierbar ist und somit im Randbereich der Spalten evtl. wieder abgewischt / entfernt
werden muss. Ferpox trocknet relativ schnell, man hat also nicht viele Versuche den Spalt
durch und durch zu konservieren. Auch eine Hohlraumversiegelung kann die Aufgabe des
Falzschutzes übernehmen. Nicht zugängliche Falze sollten, soweit möglich, vor dem
Schweissen mit Car-O-Pax bzw. Priomat eingestrichen werden oder bei der
Hohlraumversiegelung gut mit abgedichtet werden.

Um Hohlräume zu konservieren gibt es 2 Materialgruppen: aushärtende, wie HT Wachs
und Owatrol Farbkriechöl, und daueraktive, wie M. Sander´s Fett und Fluid-Film. Verwendet
man HT Wachs oder Owatrol muss sichergestellt sein, dass die Produkte gleich bei der
Verarbeitung, also so lange, wie sie noch kriechen können, auch in abgelegene Winkel
und Falze eindringen. Am besten ist es natürlich, wenn man die Arbeit anschliessend
(mit einem Endoskop) kontrollieren kann.

Bei M. Sander´s Fett und Fluid-Film ist eine 100%-ig genaue Verarbeitung nicht so wichtig,
da diese Produkte auch später noch weiterkriechen und die Hohlräume und Falze gründlich
konservieren. Ausserdem wird eventuell neu entstehender Rost durch die Fett- bzw. Ölbasis
sofort gestoppt.

Die beiden letztgenannten Produkte können durch ihre Kriechwirkung allerdings auch mal
etwas aus den Hohlräumen austreten, was aber mit einem fettlösendem Mittel problemlos
zu entfernen ist.

Generell sollte man den Hohlraum vor der Konservierung gründlich mit Wasser ausspülen
um angesammelten Dreck, lose alte Schutzschichten und Schadstoffe (siehe Textanfang)
zu entfernen (kurzfristig kann das Wasser keinen Schaden anrichten - ganz im Gegenteil !).



Produktempfehlungen :
Die Produktempfehlungen richten sich nach unseren Erfahrungswerten –
natürlich können die Produkte auch anderweitig (mit Erfolg) eingesetzt werden.

1. Rostentfernung bzw. Konservierung an der
Karosserie aussen:

• Bob Rostkonservierung + Grundierung
(in Gebinden zu 100, 250 und 750ml lieferbar)
(besonderer Vorteil: bereits nach 3 Stunden
überlackierbar)

• Pelox Rostentferner (als Ersatz für Cream-Ex)
(in Gebinden zu 250 g, 500 g und 1000 g lieferbar)
(besonderer Vorteil: ein Produkt, welches den
Rost wirklich entfernt und nicht nur konserviert bzw.
umwandelt. Dadurch ergibt sich eine besonders
sichere Anwendung mit guter Kontrollmöglichkeit)

• Fertan Rostumwandler
(in Gebinden zu 30, 250, 1000 und 5000 ml)
(besonderer Vorteil: durch gute Verarbeitungs-
Möglichkeit mit der Sprühpistole - auch für
versteckte Ecken und Falze bzw. Spalten einsetzbar


2. Rostentfernung bzw. Konservierung am Unterboden:

• wie bei 1., zusätzlich auch mit
- Owatrol Farbkriechöl
(in Gebinden zu 125ml, 1 L und 3 L)
(besonderer Vorteil: durch hohen Ölanteil sehr gute
Kriecheigenschaften, z.B. in Falze, Blechüber-
lappungen etc. - Ideal auch zur Rostkonservierung
beim Aufbau eines Unterbodenschutzes mit
„Chassislack“ auf Owatrolbasis)


3. Grundierung für den Lackaufbau bzw. den Unterbodenschutz

• ALLGEMEINES: Eine Grundierung erfüllt zwei Aufgaben: Einmal bildet sie einen idealen
Haftgrund für die nachfolgende Lackierung, die in der Regel direkt auf dem blanken Blech
nicht besonders gut halten würde. Zum anderen haben Grundierungen sehr gute
Rostschutzeigenschaften, einerseits durch eine hohe mechanische Beständigkeit
(Kratzer, Schläge etc.), andererseits sind sie aber auch widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit
als Lacke.

• Den FERPOX-Primer kann man als gute Universalgrundierung für alle Bereiche betrachten,
da er sich mit allen üblichen Lacken verträgt (ähnliches gilt auch für die BOB-Grundierung)
und sehr angenehm zu verarbeiten ist. Der zähelastische OWA-TROPAL-Primer bietet eine
sehr hohe mechanische Schutzwirkung und eignet sich hervorragend für den Unterboden
und Achsteile, ist aber nicht mit Acryl-Lacken überlackierbar. Der POR 15 Rostverhütungslack
wird sehr fest und benötigt keinen weiteren Anstrich, sofern er nicht direktem UV-Licht
(Sonnenlicht) ausgesetzt wird. POR 15 ist, da mit allen üblichen Lacken überlackierbar, sehr
universell einsetzbar - mit extrem guter Schutzwirkung. HEMPADUR-ZINK hat durch die
(Kalt-) Verzinkung eine sehr hohe Rostschutzwirkung, auch bei tieferen Kratzern
(ähnlich wie bei verzinkten Blechen). Allerdings muss Hempadur auf das blanke / rostfreie
(gegebenenfalls Pelox verwenden) Metall aufgetragen werden um richtig wirken zu können.

3a) für den "normalen" Lackaufbau

Aussen an der Karosserie, also für das Überlackieren mit Auto-Acryl-Lacken,
eignen sich: FERPOX, POR 15, HEMPADUR ZINK,
und mit nach sehr guter Durchtrocknung (!) auch BOB Grundierung.
Die Grundierung der Karosserie sollten Sie aber gegebenenfalls mit Ihrem
Lackierer absprechen, damit die Lackiererei auch die Garantie übernimmt.

3b) Die Grundierung am Unterboden:

• Für die Ausbesserung bzw. den Neuaufbau eines Unterbodenschutzes
bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, wie Sie in Punkt 4. sehen
können.
Generell sollten Sie eine gute Grundierung als erste Rostschutzschicht
auftragen. Wir bieten hierfür verschiedene Produkte an, die auf die
jeweiligen Untergrundbehandlungen bzw. die nachfolgenden Schichten
angepasst sind.

• Generell können Sie die unter Punkt 3a angegebenen Grundierungen ebenso
verwenden wie auch den Owatropal-Primer und die BOB Grundierung.
Hervorzuheben sind hier unsere 2-Komponenten Kalt-Verzinkung
(Hempadur-Zink) sowie das E-Zinc-System.
Eine Verzinkung bietet den besten Korrosionsschutz direkt auf dem Metall,
da hier das Blech auf chemischem Weg vor neuem Rost geschützt wird
und nicht einfach nur durch eine Barriere aus Farbe. (Allerdings macht
eine Verzinkung nur Sinn auf rostfreiem, blanken Blech - es sollten keine
Lackreste, Rostumwandler oder -versiegler vorhanden sein)
Eine Sonderstellung nehmen die POR 15 Rostverhütungslacke ein, da
sie Grundierung und Deckanstrich in einem sind, und einen sehr guten
Schutz bieten.

4. Unterbodenschutz

• ALLGEMEINES: einen Unterbodenschutz kann man auf verschiedene Arten aufbauen:

· 1) OVER 4SP (in schwarz oder grau lieferbar) ergibt mit relativ wenig Arbeitsaufwand einen
sehr guten Schutz für den Fahrzeugboden (OVER 4 SP schwarz eignet sich natürlich auch
gut für Ausbesserungsarbeiten). Eine Grundierung mit Ferpox, Hempadur Zink oder
POR 15 Rostverhütungslack erhöht die Schutzwirkung und die Haftung. Je nach Wunsch
kann Over 4SP überlackiert werden.

· 2) Oft kommt es bei Liebhaberfahrzeugen auf eine gute Kontrollmöglichkeit des Fahrzeugbodens
an, sowie auf eine "schöne Optik". Der Unterboden soll hell oder in Wagenfarbe lackiert und dann
möglichst gut geschützt werden. Hierzu bieten sich drei Verfahren an:

· a) der Aufbau mit "Owatrol-Produkten": Je nach Wunsch bzw. Untergrund kann mit
Owa-Tropal-Primer / Ferpox /Hempadur Zink grundiert werden (auf Owatrol Farbkriechöl nur
Owa-Tropal als Grundierung verwenden), danach Chassislack ("Chassislack O.H." schwarz,
oder beliebig anderer Farbton) auftragen. Es kann auch noch Protewax oder UBS 120 verwendet
werden, der Chassislack muss aber 100% getrocknet sein, da sich sonst "Runzeln" bilden können.

· b) der Aufbau mit POR 15 - Produkten: Die POR 15 Lacke eignen sich aufgrund ihrer extremen
Kratz- und Schlagfestigkeit auch sehr gut als Unterbodenschutz. Sinnvoll ist eine
„Vorgrundierung" bzw. Entrostung mit „Metal Ready" oder besser „Pelox RE" da sich dann der
POR 15 Lack am besten mit dem Metall verbindet. Sie können zur Lackierung
POR 15 Rostverhütungslack, Chassiscoat Black oder Blackcote verwenden, den besten
Rostschutz erreichen Sie aber mit dem „Rostverhütungslack", da dieser in Verbindung mit
Feuchtigkeit immer undurchlässiger wird. Auch hier können Sie noch UBS 120 oder
Protewax auftragen, was aber normalerweise nicht nötig sein wird.

· c) das Lackieren mit normalem ("Auto-") Acryl-Lack: Als Grundierung ist Ferpox-Primer,
Hempadur Zink oder auch POR 15 Rostverhütungslack" empfehlenswert. Danach lackieren.
Zum Schutz gegen Steinschlag entweder UBS 120 (bernstein-transparent) oder Protewax
(glasklar) auftragen. UBS 120 ist bei hartem/ganzjährigem Einsatz evtl. vorzuziehen, da die
Schichtdicke gegenüber Protewax grösser ist, ausserdem können Verletztungen aufgrund der
bräunlichen Farbe schneller entdeckt werden.

• Auch Mike Sander's Korrosionsschutzfett oder Perma-Film können als Unterbodenschutz
verwendet werden, allerdings bleibt dann eine fettige bzw. klebrige Schicht am Unterboden
und der Steinschlagbereich muss ca. alle 4 Jahre nachbehandelt werden.

• Älterer Unterbodenschutz auf Bitumenbasis, der nicht entfernt werden soll, kann mit
Fluid-Film Liq. A oder AS-R aufgefrischt werden.

4a) Rostentfernung bzw. Konservierung in Hohlräumen:

• Die Rostentfernung in Hohlräumen ist mit dem Fertan-Rostumwandler am besten zu machen,
da sich dieses Produkt sehr gut mit einer Hohlraumpistole versprühen lässt und auch in
unzugänglichen Ecken zuverlässig wirkt

• Hohlraumkonservierung anschliessend mit Hohlraumwachs HT
(besonderer Vorteil: sehr sauberer Schutz - läuft nicht aus, bleibt über lange Zeit elastisch,
einfache Anwendung)
- Hohlraumkonservierung mit Mike Sander´s Korrosionsschutzfett
(besonderer Vorteil: Langzeitkriechwirkung bei sommerlichen Temperaturen, dadurch sehr
guter Schutz auch für Falze und versteckte Ecken - leichter Rostansatz wird gestoppt)
- Hohlraumkonservierung mit Fluid-Film
(besonderer Vorteil: durch starke immerwährende Langzeit-Kriechwirkung auch für beinahe
hoffnungslos verrostete Hohlräume geeignet, guter „Roststopper“, einfache Anwendung)
- Hohlraumkonservierung mit Owatrol Farbkriechöl
(vereinigt eine gute Kriecheigenschaft mit der Sauberkeit
eines Wachses - läuft nach der Verarbeitung nicht aus.
Die Versiegelung muss aber regelmässig wiederholt werden!)

4b) Pistolen zur Hohlraumversiegelung

Der Kauf einer Hohlraumpistole sollte gut überlegt werden, da nicht jede Ausführung für
alle Zwecke geeignet ist.

Eine Druckbecherpistole (z.B. von Fertan oder Vaupel) ist vom Prinzip her das beste
"Werkzeug". Egal welches Material (dick- oder dünnflüssig) Sie verarbeiten, der Druck
mit dem es aus der Düse kommt ist immer gleich dem, der auf den Becher wirkt. Somit
ist ein gleichmässiger Sprühnebel an der Düse auch bei langen Sonden gesichert.

Wesentlich preiswerter sind Hohlraumpistolen nach dem Saugbecherprinzip. Hier wird das
Material durch Unterdruck aus dem Becher herausgesaugt; dies geht bei dünnflüssigem
Material (z.B. Fertan) leichter als bei dickflüssigem (z.B. Wachs/Fett etc.). Bei der
Verarbeitungsqualität des Materials kommt es daher sehr auf die Ausführung der Sonde an:

Hat man eine einfache Sonde (Art.Nr. 03120 als Zubehör zu unserer Unterbodenschutzpistole),
so muss diese relativ dick sein, damit sich dem durchströmenden Luft-Material-Gemisch
kein grosser Widerstand entgegensetzt. Je dünner die Sonde bzw. je dickflüssiger das
Material ist, um so weniger Material wird gefördert. Das kann dazu führen, dass an der
Düse keine Rundumzerstäubung zustande kommt (das Material tropft nur heraus) oder
die Sonde verstopft (Dose kann dann platzen).

-> Eine einfache Sonde ist daher für Hohlraumschutz nicht geeignet, wohl aber zum
Spülen mit Wasser oder Fertan.

Eine zweifach geführte Sonde wie bei Art.Nr. 03200 + 03300 (Hohlraumpistole und Kombiset)
macht die Verarbeitung von Hohlraumwachs und Fluid-Film Liq.A jedoch möglich
(M. Sander´s Fett geht nur sehr bedingt, das hängt sehr von der Außentemperatur und dem
Kompressor ab). Bei dieser Pistole wird die Ansaugluft bis zur Düse getrennt vom Material
geführt. Erst hier findet der Ansaugvorgang statt und das Material strömt zusammen mit der
Luft optimal zerstäubt direkt aus der Düse. Die Sondenlänge ist im Gegensatz zur
Druckbecherpistole aber auf ca. 750 mm begrenzt.

Eine ausreichend starke elektrische Pistole wie unsere WAGNER W180P kann eine
Druckbecherpistole gut ersetzen, und eignet sich sowohl zur Hohlraumversiegelung, als
auch für Unterbodenschutz.


5. Entrostung und Versiegelung von Tanks (innen):

Zur Entrostung von Tanks eignen sich Fertan Rostumwandler
und Metal-Ready Rostentferner.
Da aber eine Tankentrostung langfristig nur Sinn macht, wenn auch
eine geeignete benzinfeste Beschichtung aufgebracht wird, sollte nach
der Entrostung noch eine "Lackierung" mit POR 15 Tankinnenlack
erfolgen.
Besonders zu empfehlen sind hier unsere POR 15 Tansanierungs-Sets,
da hier alle Produkte (Reiniger, Entroster und Lack) auf einander
abgestimmt sind, und bei sorgfältiger Beachtung der Anleitung
Misserfolge ausgeschlossen sind.
Der POR 15 Tank-Innen-Lack (auch Tankversiegelung genannt)
ist beständig gegen alle Kraftstoffarten und Zusätze, und verhindert
nachhaltig den Ansatz von Rost.
Siehe auch: Tankversiegelung


6. Falzkonservierung

Falze, also Blechüberlappungen stellen immer einen besonders
„guten“ Rostherd dar.
Man kann diese Spalten im Rahmen einer Hohlraumkonservierung
behandeln: Eventuell mit Fertan entrosten und anschliessend mit
einer gut kriechfähigen Hohlraumversiegelung konservieren.
Problematisch sind aber immer Falze an Schweissnähten, die
nicht direkt an einen Hohlraum angrenzen und im äusseren „Sichtbereich“
der Karosserie liegen.
Die beste Lösung stellt hier eine gut kriechfähige Grundierung dar,
wie z.B. Ferpox, die man mit dem Pinsel direkt „nass in nass“ auf den
Spalt aufträgt, bis sie auf der anderen Seite wieder heraus läuft.
Sehr gut eignet sich hier auch das Owatrol Farbkriechöl, da es
über sehr hohe Kriecheigenschaften verfügt und sich somit sehr
zuverlässig ausbreitet. Abschliessend lässt sich der Bereich dann
normal lackieren, wobei man beim Owatrol bedenken muss, dass
es nicht direkt mit 2-Komponenten-Acryl-Lacken überlackierbar ist
(evtl. einen „Trenngrund“ verwenden).
Auch Schweissnähte an Reparaturstellen, die überlappend ausgeführt
sind, können auf diese Weise konserviert werden, soll die Schweissnaht
kaschiert werden bietet sich die Verwendung von Karosseriezinn an,
wobei an kritischen Stellen unsere neue „säurefreie“ Verzinnungspaste
verwendet werden sollte.
Sogenannte Schweißprimer stellen eigentlich nur eine Notlösung dar,
da sie direkt am Schweißpunkt verbrennen und ihrer Aufgabe nicht
mehr nachkommen können. Man sollte sie nur dort verwenden, wo
die Schweißnaht später nicht mehr zugänglich ist.

Quelle: http://www.korrosionsschutz-depot.de/
Nützliche Links zum Thema: http://www.korrosionsschutz-depot.de/

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